Paradigmenwechsel in der aufsichtlichen Beurteilung von bankinternen Risikofähigkeitskonzepten?

Paradigmenwechsel
Paradigmenwechsel in der aufsichtlichen Beurteilung von bankinternen Risikofähigkeitskonzepten?

Anpassungdruck aber auch Gestaltungsspielraum in Ihrem ICAAP!

Ihre Ausgangssituation

Die bisherige aufsichtliche Praxis in Deutschland sah vier verschiedene Ansätze zur bankinternen Ermittlung der Risikotragfähigkeit (Säule II/ICAAP) vor, da Institute zwischen einem auf GuV oder wertorientierten Ansatz sowie zwischen einem auf der Fortführung des Instituts (Going-Concern) oder einem auf der Liquidation des Instituts (Gone-Concern) beruhenden Ansatz wählen konnten. Mit dem im Mai 2018 veröffentlichten Leitfaden Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung schlagen BaFin und Bundesbank neue Wege ein. Die bisher vier möglichen Ansätze werden durch zwei konzeptionell neue Ansätze er­setzt, welche die in der MaRisk geforderten Ziele der Fort­füh­rung des Instituts sowie den Schutz der Gläubiger vor Verlusten über die soge­nannte normative Perspektive bzw. ökonomische Perspektive abbilden. Die bisherige Wahlmöglichkeit ist somit abgeschafft.

Normative Perspektive

Die normative Perspektive beruht auf der Einhaltung aller regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen und das Risikodeckungspotenzial besteht aus den regulatorischen Eigenmitteln. Die relevanten Steuerungsgrößen sind u.a. die Kapitalgrößen Kernkapitalanforderung, SREP-Gesamtkapital­anforderung, die kombinierte Pufferanforderung und die Eigenmittelziel­kennziffer sowie sämtliche Strukturanforder­ungen hin­sichtlich des Kapitals, wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und Großkreditgrenzen. In der normativen Perspektive besteht für die Quantifizierung von Adress-, Marktpreis- und operationelle Risiken keine Methodenfreiheit. Lediglich die in der CRR beschriebenen Ver­fahren sowie aufsichtlich genehmigte interne Modelle können verwendet werden. Weitere wesentliche Risiken sind auf Basis interner Verfahren zu berücksichtigen.

Ökonomische Perspektive

Die ökonomische Perspektive basiert auf der Methodik des Instituts. Die Risikodeckungsmasse ist losgelöst von der Ab­bildung in der externen Rechnungslegung zu ermitteln. Die relevante Steuerungsgröße besteht aus dem barwertigen Überschuss der Aktiva über den Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Es besteht grundsätzlich Methodenfreiheit, wobei die Konsistenz zur normativen Perspektive gewahrt sein muss.

Umgang mit „Going-Concern Ansätzen alter Prägung“

Im Anschreiben zur Konsultationsfassung teilt die BaFin ihre Einschätzung mit, dass es bis auf weiteres als zulässig gesehen wird, Ansätze die regulatorische Eigenmittel nicht als Risikodeckungsmasse ansetzen, weiterhin zu verwenden. Folglich besteht kein Zwang den von Ihrem Institut bisher verfolgten Going-Concern Ansatz aufzugeben. Er kann vielmehr die normative Perspektive „ersetzen“. Der freiwillige Wechsel zur normativen Perspektive kann sich je nach Auswirkung auf das vorzuhaltende Eigenkapital aber lohnen!

 

Ihre Herausforderung

Wenn die aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotrag­fähigkeitskonzepte sich in Richtung der zur Konsultation gestellten Konzepte ändert, steht Ihr Institut insbesondere vor folgenden Fragen und Herausforderungen:

  • Einführung der normativen Perspektive?
  • Weiterführung Ihres Going Concern Ansatzes?
  • Ausgestaltung der ökonomischen Perspektive?
  • Wahrung der Konsistenz zwischen den Ansätzen!

 

Unser Vorgehen

Wir haben nachweislich langjährige Erfahrungen als Partner von Kredit-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunter­nehmen, sowie Zahlungsdienstleistern sowohl in der Entwicklung als auch Umsetzung von Risikomanagement­prozessen im Allgemeinen und im Speziellen von Risikotragfähigkeits­konzepten.

Unsere Erfahrungen betreffen insbesondere die Rollen als:

  • Beratungsteam
  • Auditpartner (auch projektbegleitend)
  • Schulungsreferenten

Gerne bringen wir diese Expertise in die Zusammenarbeit mit Ihnen ein.

 

Ihre Vorteile

  • Unterstützung durch ein Team von Risikomanagement­experten mit langjähriger Erfahrung bzgl. des ICAAP
  • Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir die Auswirkung der neuen Ansätze auf Ihr Institut
  • Gemeinsam erörtern wir, inwiefern sich die Beibehaltung des aktuellen Going-Concern Ansatzes oder der Wechsel zur normativen Perspektive auszahlt
  • Durch unsere reichhaltige Erfahrung insbesondere im Umgang mit Instituten kleiner und mittlerer Größe bieten wir stets pragmatische Lösungen, die bzgl. Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt maßgeschneidert auf Ihr konkretes Geschäftsmodell sind, an.