ESG-Reporting-Standards

 

 

ESG-Reporting: Die wichtigsten Standards 

Nachhaltigkeitsberichterstattung – aber wie? Woran sich Unternehmen orientieren können 

Ein verbindlicher Reporting-Standard für Envorinmental Social Governance (ESG) existiert bislang nicht: Unternehmen in Deutschland ist freigestellt, an welcher Leitlinie für Nachhaltigkeitsberichterstattung sie sich orientieren. Wir geben Ihnen einen Überblick über die gängigsten Standards und erläutern, welche Schwerpunkte diese jeweils setzen. 

Inhalt

Orientierung für Unternehmen: Welcher Reporting-Standard ist der richtige? 

Standards der Global Reporting Initiative (GRI) 

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Erste Wahl für deutsche KMUs 

Standards des Sustainability Accounting Standards Board (SASB) 

Unternehmen können Anregungen aus unterschiedlichen Standards beziehen 

Kommt der allgemeinverbindliche Standard für das ESG-Reporting? 

Orientierung für Unternehmen: Welcher Reporting-Standard ist der richtige? 

Das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung ist für viele Unternehmen noch neu – zumindest für solche, die nicht ohnehin schon seit Jahren dazu verpflichtet sind. Dass dafür auch noch unterschiedliche Standards existieren, macht die Sache nicht einfacher. Es stellen sich Fragen wie: 

  • Nach welchem Standard sollen wir uns richten? 

  • Ist eine Kombination verschiedener Standards sinnvoll und möglich? 

  • Zu welchen Angaben bin ich überhaupt verpflichtet? 

Genau hier unterstützen wir Sie. Zunächst aber ein Überblick über die gängigsten ESG-Berichtsstandards: 

Standards der Global Reporting Initiative (GRI) 

„Den einen“ Standard für die ESG-Berichterstattung gibt es zwar nicht, aber die GRI-Richtlinien kommen diesem Status derzeit am nächsten – zumindest in Deutschland. 85 Prozent der DAX-160-Unternehmen haben die Standards der Global Reporting Initiative im Jahr 2020 für ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung genutzt, wie aus einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz hervorgeht. 

Das erscheint auch naheliegend: Die GRI ist in Sachen Standards breit aufgestellt und bietet ESG-Richtlinien für große, mittlere und kleine Unternehmen an. Diese geben jeweils Kennzahlen und Indikatoren vor, nach denen sich die Wirtschaftstätigkeit eines Unternehmens in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht einordnen lassen.  

Aufgebaut sind die mehr als 30 GRI-Einzelstandards als Module, die einander ergänzen. Bestimmte universelle Standards sind Pflicht in jedem ESG-Bericht. Daneben gibt es ergänzende Richtlinien für das Reporting zu Themen, die nur bestimmte Unternehmen betreffen. So lässt sich ein breites Spektrum an Aspekten abdecken, die für das jeweilige Unternehmen wirklich relevant sind: Beschaffungspraktiken, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Biodiversität und der Umgang mit Müll und Abwasser sind nur einige Beispiele. Darüber hinaus existieren seit einigen Jahren GRI-Empfehlungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die konkret an einzelne Branchen angepasst sind.  

Die Standards sind als Download bei der GRI verfügbar

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Erste Wahl für deutsche KMUs 

Für viele kleine und mittelständische deutsche Unternehmen war anstelle der GRI-Standards in den vergangenen Jahren der Deutsche Nachhaltigkeitskodex das „Einsteigermodell“ in die Nachhaltigkeitsberichtserstattung. Er orientiert sich an der GRI, ist aber weniger komplex und detailliert.  

Herausgegeben wird der DNK vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), einem inhaltlich unabhängigen, von der Bundesregierung berufenen Beratungsgremium. Der Kodex des RNE gibt Unternehmen für ihr Reporting insgesamt 20 Nachhaltigkeitskriterien an die Hand, darunter zum Beispiel „Ressourcenmanagement“, „Tiefe der Wertschöpfungskette“, „klimarelevante Emissionen“, „Arbeitnehmerrechte“ und „Politische Einflussnahme“.  

Das ist für viele KMUs im ersten Schritt ausreichend, um sich einen Überblick über das Thema ESG [Link zu ESG-Basiswissen] und die damit verbundenen Aspekte zu verschaffen. Zudem vermitteln die Leitlinien einen guten Eindruck von den Risiken, die mit der Nichteinhaltung gesetzlicher ESG-Vorgaben verbunden sind [Link zu: ESG-Risiken].    

Standards des Sustainability Accounting Standards Board (SASB) 

Bei den Reporting-Richtlinien des Sustainability Accounting Standards Board handelt es sich um einen Standard, der von zahlreichen großen US-Konzernen, darunter Apple und Coca-Cola, aber auch von deutschen Unternehmen wie BASF und der Deutschen Börse genutzt wird. In Europa finden seine Ansätze zunehmend Verbreitung. Ein wichtiger Grund dafür: Wo der GRI-Standard eher generalisiert arbeitet, differenziert SASB seine Nachhaltigkeitsindikatoren stark nach Branchen. Damit ermöglicht er es, tiefer in die Materie einzutauchen und detaillierter zu besonders relevanten Themen zu berichten. Zudem fokussiert er sich vor allem auf Informationen, die das Finanzergebnis beeinflussen. Ein nach SASB-Kriterien verfasster Bericht ist daher für Investoren besonders interessant.  

Eine 2021 veröffentlichte gemeinsame Untersuchung von GRI und SASB legt nahe, dass beide Standards für viele Unternehmen gut kombinierbar sind und sich inhaltlich häufig sinnvoll ergänzen.  

Unternehmen können Anregungen aus unterschiedlichen Standards beziehen 

Abhängig von Branche und Ausrichtung kann es auch für deutsche Unternehmen eine sinnvolle Idee sein, über den Tellerrand zu blicken, mehrere Standards zu kombinieren und so thematisch gleichermaßen in die Breite und in die Tiefe zu gehen. Dabei können auch die folgenden Leitlinien hilfreichen Input geben: 

  • UN-Leitprinzipien für Wirtschaft, Ökologie und Menschenrechte sowie die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen 

  • OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen  

  • Nachhaltigkeitsindikatoren der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) 

Relevant sind auch die Empfehlungen der Taskforce on Climate-related Financial Disclosure (TDFC) der G20-Staaten zur Klimaberichterstattung. Sie wurden von der EU bei der Erarbeitung der neuen CSRD-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive) herangezogen, die den Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen ab 2023 deutlich erweitert.  

Nach diesen Empfehlungen sind Unternehmen gefordert, zunächst ihren Status quo zu bestimmen. Sie sollen analysieren, ob sie beispielsweise die richtige Strategie verfolgen, ein ausreichendes Verständnis der finanziellen Auswirkungen des Klimawandels haben und auch ihren Investoren gegenüber in ausreichendem Maß Rechenschaft darüber ablegen können. Diese Informationen bilden die Grundlage für die weitere Prozessoptimierung, die idealerweise auch dazu führt, dass viele ESG-Berichte künftig deutlich aussagekräftiger werden.  

Kommt der allgemeinverbindliche Standard für das ESG-Reporting? 

Die strengeren gesetzlichen Vorgaben, der die Berichterstattung ab 2022/2023 unterliegt, lassen erwarten, dass für den EU-Raum auch ein allgemeinverbindlicher Berichtsstandard folgen könnte. Bereits ab 2023 sollen große Unternehmen bestimmte Informationen in ihrem Nachhaltigkeitsbericht verpflichtend aufführen.  

Derzeit haben Unternehmen aber noch den Vorteil, dass sie eine passende Leitlinie als Basis zugrunde legen und aus anderen Standards zusätzliche Anregungen beziehen können. Das kann gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen nützen, die nach aktueller Gesetzgebung erst in einigen Jahren berichtspflichtig werden.  

Suchen Sie einen klaren Weg bei der Vielzahl der Berichtsmöglichkeiten und Standards? Und wünsche Sie sich eine maßgeschneiderte Lösung für Ihre ESG-Berichterstattung? Wir von Protiviti unterstützen Sie gern dabei. 

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